Sportwoche neu gedacht: mehr ausprobieren, mehr gemeinsam erleben
- Angelika Schett

- 16. Apr.
- 2 Min. Lesezeit
Wenn ich an Sportwochen denke, geht es für mich nicht nur darum, dass Schüler eine Woche lang sportlich beschäftigt sind. Für mich geht es darum, dass sie Bewegung erleben, Neues ausprobieren und vielleicht sogar eine Sportart entdecken, die sie später zu Hause weiterführen wollen.
Genau hier sehe ich oft einen Unterschied zu klassischen Sportwochen.
Die klassische Sportwoche kenne ich aus eigener Erfahrung
Aus der Erfahrung mit meinen eigenen Kindern kenne ich die klassische Form der Sportwoche noch gut. Die ganze Klasse war gemeinsam auf Sportwoche, aber jeder musste sich zu Beginn für ein oder zwei Sportarten entscheiden und blieb dann die ganze Woche in dieser Gruppe.
Das Ergebnis war, dass sich die Schüler zwar am gleichen Ort aufgehalten haben, aber im Alltag oft wenig voneinander gesehen haben. Jeder war in seiner eigenen Gruppe unterwegs und die Klasse als Ganzes ist dabei etwas verloren gegangen.
Für mich sollte eine Sportwoche anders aufgebaut sein.
Möglichst viele Sportarten ausprobieren
Ich halte es für viel sinnvoller, wenn Schüler im Laufe der Woche möglichst viele verschiedene Sportarten ausprobieren können. Genau darin liegt für mich ein großer Wert.
Nicht jeder Schüler ist gleich sportlich, nicht jeder bringt dieselben Interessen mit und nicht jeder fühlt sich in klassischen Sportarten sofort wohl. Wenn die Angebote breit gefächert sind, entsteht viel eher die Chance, dass auch weniger sportliche Schüler etwas finden, das ihnen Freude macht.
Und genau das ist mir wichtig.
Auch weniger sportliche Schüler sollen Freude an Bewegung entdecken
Eine gute Sportwoche soll nicht nur die ohnehin Sportlichen bestätigen. Sie soll auch jenen Schülern positive Bewegungserfahrungen ermöglichen, die im normalen Schulalltag vielleicht nicht so leicht Zugang dazu finden.
Wenn ein Schüler in dieser Woche merkt, dass ihm Stand up Paddling, Bogenschießen, Pickleball, Klettern oder auch eine andere Bewegungsform Spaß macht, dann ist schon sehr viel erreicht. Im besten Fall nimmt er genau diese Erfahrung mit nach Hause und bleibt weiter in Bewegung.
Die Klasse soll die Sportwoche gemeinsam erleben
Für mich ist deshalb entscheidend, dass eine Sportwoche offen und abwechslungsreich aufgebaut ist. Die Schüler sollen nicht das Gefühl haben, eine Woche lang in einer einzigen Schiene festzustecken.
Gleichzeitig hat dieser Ansatz noch einen zweiten wichtigen Vorteil: Die Klasse bleibt viel mehr gemeinsam unterwegs.
Wenn nicht jeder in seiner fixen Kleingruppe verschwindet, entstehen auch mehr gemeinsame Erlebnisse. Die Schüler sehen sich mehr, erleben mehr miteinander und die Woche wird als gemeinsames Ganzes wahrgenommen.
Sportwoche darf mehr sein als ein fixes Wahlmodell
Natürlich braucht eine gute Sportwoche trotzdem Struktur, passende Angebote und eine saubere Organisation. Aber der eigentliche Unterschied liegt für mich darin, wie man Sport denkt.
Nicht als starres Wahlmodell, sondern als Möglichkeit, viele Schüler in Bewegung zu bringen, unterschiedliche Interessen anzusprechen und Freude an Sport breiter zu wecken.
Auch ein Programmpunkt wie Floßbau kann in diesem Zusammenhang gut hineinpassen, wenn die Schüler im Anschluss wirklich damit fahren. Dann ist es nicht nur eine Bauaufgabe, sondern auch eine sportliche Einheit mit Erlebnischarakter.
Was Schüler am Ende mitnehmen sollen
Für mich ist eine Sportwoche dann gelungen, wenn Schüler nicht nur etwas gemacht haben, sondern wenn sie sagen können: Ich habe Neues ausprobiert, ich war in Bewegung und vielleicht war sogar etwas dabei, das ich zu Hause weitermachen möchte.
Dann hat eine Sportwoche für mich wirklich Sinn.



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